Liebe Gemeinde,
vielleicht vermisst der eine oder die andere in diesem Blatt weitere Information zur Kirchenvorstandswahl in den Gemeinden unseres Kirchspiels und fragt sich, ob die Wahl etwa ausfällt. Nun, ausfallen nicht, aber sie wird verschoben: auf Anfang nächsten Jahres. Der Grund dafür ist, dass sich zum 1. Januar 2027 das Kirchspiel Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und unser Kirchspiel zu einem neuen Kirchspiel vereinigen. Das war nicht der Wunsch und Wille der beteiligten Kirchspiele, sondern der Auftrag des Landeskirchenamtes, da die erforderliche Mindestgemeindegliederzahl in einem Kirchspiel nicht mehr erreicht wird. Und da ist es wie in vielen anderen Bereichen auch: man sucht sich Partner, mit denen man künftig gemeinsam unterwegs ist. Und so werden die Kirchgemeinden Baruth, Gröditz, Hochkirch, Malschwitz-Guttau, Purschwitz-Kleinbautzen, Weißenberg-Kotitz mit den Kirchgemeinden Klix, Königswartha, Milkel-Luppa, Neschwitz und Quatitz ein neues Kirchspiel bilden. Unverändert bleiben dabei die Zuständigkeiten der Pfarrerinnen und Pfarrer in ihren jeweiligen Kirchgemeinden. Auch die Verwaltungsstelle in Baruth mit den Sprechzeiten in den Außenstellen bleibt bestehen, ebenso die vielfältigen Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Gemeinden. Kurz gesagt: Es handelt sich um eine Art Verwaltungsgemeinschaft.
Für die Menschen vor Ort in ihren Kirchgemeinden bleibt das kirchgemeindliche Leben bestehen - so, wie es vor Ort organisiert, gelebt und gestaltet wird. Das zeigt sich ja bereits heute auf vielfältige Weise: im Scheunenkino in Gröditz, in den Konzerten in Malschwitz, im Orgelgenuss in Hochkirch sowie in den unterschiedlichen Veranstaltungen in der Purschwitzer Pfarrscheune, um nur einige Beispiele zu nennen. Dafür möchte ich allen, die organisieren und mitmachen, Danke sagen. Und ich möchte dazu ermutigen, gemeinsam weiterzudenken: Welche Akzente können neu gesetzt werden? Welche Möglichkeiten, Interessen oder Bedürfnisse gibt es in unseren Gemeinden noch zu entdecken?
Dieses Nachdenken hängt mit der Vergrößerung des Kirchspiels nur indirekt zusammen – und doch ist es wieder einmal ein Neuanfang. Und dieser ist bekanntlich nicht immer leicht, weil er ungewohnt ist.
Unser Heft mit den Kirchennachrichten heißt „Kirchenfenster“. Dazu ist mir eine Geschichte wieder in den Sinn gekommen:
Auf der Baustelle einer Kirche lagen viele kleine Glasstücke, bunt und verschieden geformt. Einige leuchteten klar, andere waren trüb, manche schimmerten nur schwach im Licht. Oft lagen sie an der Seite und fragten sich, ob sie überhaupt eine Bedeutung hätten.
Eines Tages begann jemand, sie vorsichtig zusammenzufügen. Stein für Stein, Glas für Glas entstand ein großes Kirchenfenster. Noch war es nicht fertig, vieles wirkte noch zufällig.
Doch als das Licht hindurchfiel, begann das Fenster zu leuchten. Farben verbanden sich, Muster wurden sichtbar und aus vielen Einzelteilen wurde ein Ganzes.
Da verstanden die einzelnen Glasstücke: Erst im Zusammenfügen entsteht ein Bild, das Licht in die Welt trägt.
Mit dieser Geschichte, deren Aussage uns auf den weiteren Weg als Gemeinden im Kirchspiel begleiten soll, grüße ich herzlich
Ihr Pfarrer Michael Ramsch
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